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SPD-OV Dinslaken-Mitte.

Energiewende und Atomausstieg bis 2022 sind machbar :

Veranstaltungen

Dieses Fazit einte die drei Gäste (MdB Ulrich Kelber, Dr. Thomas Götz und Andreas Bäder) der SPD-Veranstaltung zum Thema „Energiewende gestalten – auch in Dinslaken“ – moderiert vom stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Schulitz.
In seiner kurzen Begrüßung stimmte der Vorsitzende des Ortsvereins Dinslaken-Mitte Johannes Niggemeier auf die zentrale Fragestellung des Abends ein: Wie kann die Energiewende gelingen – und was kann Dinslaken dazu beitragen ?
Die Referenten verzichteten auf langatmige Vorträge, brachten jeweils ihre Botschaften kompakt und griffig rüber.

Ulrich Kelber, energiepolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, äußerte die Hoffnung, dass der nunmehr gefasste zweite Ausstiegsbeschluss nun auch konsequent vollzogen werde. Er nannte vier Bereiche, die nun intensiv bearbeitet werden müssen:
Die Energieeffizienz müsse verbessert werden, Verschwendungslöcher müssten in allen Bereichen, sowohl bei den Privathaushalten als auch in der Industrie geschlossen werden. Dabei müsse Deutschland Vorreiter sein, nicht nur im Strom mitschwimmen.
Erneuerbare Energien müssten weiter gefördert werden, dabei dürfe es keine Bevorzugung von Projekten der großen Stromversorger „mit den drei Buchstaben“ (Eon, RWE usw.) z.B. bei Großwindkraftanlagen im Offshore-Bereich geben. Auch kleinere Anbieter müssten durch das Energie-Einspeise-Gesetz eine Rendite-Perspektive bekommen.
Die Zukunft der Energieversorgung liege eher bei dezentralen und lokalen Ansätzen, bei Windkraft- und Solaranlagen, aber auch bei Biomassekraftwerken und beim intelligenten Netzwerkausbau.
Weiterhin müssten Einsparpotentiale konsequent ausgeschöpft werden, v.a. im Wärmebereich: Durch Wärmedämmung und den Einsatz moderner Steuer- und Regeltechnik sei dieser Energiebereich um 40 – 50 Prozent zu reduzieren, die hier eingesparte Energie könnte dann für die Verstromung eingesetzt werden, wo geringere Einsparpotentiale absehbar sind.
Ganz wichtig für Kelber: Alle Bürger müssen mitmachen können, Energiewende dürfe nicht an der Kostenschwelle scheitern. Und wichtig gerade für NRW: Energieintensive Betriebe müssen Planungssicherheit haben.

Dr. Thomas Götz sah sich zunächst mit der Frage nach dem Anteil der Kernenergie im aktuellen Strommix der Stadtwerke konfrontiert und konnte darstellen, dass dieser mit 18 Prozent Anteil relativ gering ist. Da sehe er die Stadtwerke auf einem guten Weg. Der Geschäftsführer konnte darstellen, dass die Stadtwerke Dinslaken als mittelgroßes Energieversorgungsunternehmen schon jetzt viele zukunftsweisende Projekte in ihrem Bestand habe: So seien die sd bundesweit fünftgrößter Fernwärmeanbieter, mit 90 Prozent Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung und Prozesswärme großer Betriebe. Im Konzern – so Götz – laufen fünf Biomassekraftwerke, eins davon in Dinslaken. Solarenergie werde ausgebaut, große Dachflächen auf Gebäuden der ehemaligen Zeche Lohberg sind projektiert. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lohberg sind weitere zukunftsweisende Projekte von Geothermie über Windkraftanlagen bis zum Pumpspeicherkraftwerk angedacht, Vorgespräche mit der RAG sind anberaumt.
Bei allen zukunftsweisenden Projekten dürfe - so Dr. Götz – die Preis- und Versorgungssicherheit nicht in Frage gestellt werden, das seien die Energieversorger den Bürgern, aber auch dem Produktionsstandort Deutschland schuldig. Und das bedeute nun einmal, dass es auch in Zukunft einen sicheren Sektor steuerbarer Stromerzeugung geben müsse, Kraftwerke ohne Abhängigkeit von Wind, Sonne und Wasser, auf Knopfdruck einsetzbar. Auch in diesem Bereich sah er die sd im Verbund mit anderen Ruhrgebiets-Stadtwerken nach dem gemeinsamen Kauf der Steag-Kraftwerkssparte auf einem sicheren und selbstbestimmten Weg.
Andreas Bäder, Solarinstallations-Unternehmer aus Dinslaken, warb für die Förderung von Solarinstallation, auch in mittlerem und kleinem Maßstab. Bemerkenswert aus seiner Sicht der relativ geringe Solar-Besatz in städtischen Ballungsräumen: Auf dem flachen Land sei man da schon weiter. Wichtigste Basis für einen Solarenergieausbau: Ein städtisches Solarkataster, das die Nutzungspotentiale in einer Kommune genau aufzeige. Wie seine beiden Mitstreiter auf dem Podium wünschte er sich eine größere Verlässlichkeit und ein stärkeres Beharrungsvermögen bei der Politik.
Im zweiten Teil der Veranstaltung gab es dann viele Fragen aus dem Publikum, z.B. nach dem notwendigen Netzwerkausbau, vor allem in Nord-Süd-Richtung, nach den Stromimporten und der Versorgungssicherheit und auch nach der Zukunft der Kohlekraftwerke und der Klimaschutzziele. Die Referenten blieben keine Antwort schuldig – ein informativer und über weite Strecken kurzweiliger Politik-Abend.

 

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